Gemalte Seitenansicht einer kleinen Schmalspur-Tenderlok mit hohem Schornstein vor einem Holzschuppen

Was ist die Spurweite einer Schmalspurbahn?

Die Spurweite ist der Abstand zwischen den Innenkanten der beiden Schienen. In Europa beträgt die Regelspur 1435 mm. Bei einer Schmalspurbahn ist dieser Abstand geringer.

In der Region sind zwei Spurweiten besonders häufig: 750 mm und 760 mm. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich kaum, in der Praxis handelt es sich jedoch um zwei getrennte Systeme, deren Fahrzeuge und Gleise nicht miteinander vereinbar sind.

Schmalspur 750 mm und 760 mm: wo findet man sie?

Die Spurweite 750 mm ist in vielen Ländern der Region verbreitet. Beispiele dafür sind die Strecke Aukštaitija in Litauen, die Linie Gulbene Alūksne in Lettland und das Museum in Sochaczew in Polen. Schmalspurbahnen mit 750 mm Spurweite lassen sich also in drei verschiedenen Staaten erleben.

Die Spurweite 760 mm gibt es in der Slowakei und in Rumänien. Die Waldbahn Čierny Hron in der Slowakei und die Bahn im Vaser-Tal in Rumänien haben genau dieses Maß. An einer Waldbahn zeigen sich die Vorteile der schmalen Spur besonders gut: Sie lässt sich durch schwieriges Gelände führen und ist günstiger zu bauen.

Warum zählen 10 mm?

Ein Unterschied von 10 mm ist erheblich, denn Fahrzeuge für 750 mm können nicht auf Gleisen mit einer anderen Spurweite fahren. Das gilt ebenso für Wagen und Lokomotiven, die für 760 mm gebaut sind. Die Räder müssen zum Gleis passen, und eine solche Abweichung macht die Fahrt unmöglich. Deshalb lassen sich Strecken mit diesen beiden Spurweiten nicht ohne Weiteres verbinden.

Dasselbe gilt für das Verhältnis von Schmalspur und Normalspur. Werden Güter auf eine Bahn mit 1435 mm Spurweite umgeladen, bedeutet das zusätzlichen Aufwand. Schmalspurbahnen und Normalspurbahnen sind deshalb zwei getrennte Systeme, die sich nur mit Aufwand miteinander verknüpfen lassen.

Vorteile und Grenzen der schmaleren Spur

Eine schmalere Spur ermöglicht engere Kurven und eine Streckenführung durch schwieriges Gelände. Zugleich ist der Bau günstiger. Das erklärt, warum so viele Schmalspurstrecken dort entstanden, wo eine breitere Spur teuer gewesen wäre.

Diesen deutlichen Vorteilen stehen jedoch Grenzen gegenüber. Fahrzeuge und Gleise der Schmalspurbahn sind kleiner, weshalb Gewicht und Geschwindigkeit der Züge begrenzt sind. Diese Bahnen eignen sich daher besser für schwieriges Gelände als für den schnellen Transport schwerer Lasten über große Entfernungen.

Zusammenfassung

Die Spurweite bestimmt, welche Fahrzeuge auf einer Strecke fahren können. Die Regelspur misst 1435 mm, bei Schmalspurbahnen sind vor allem 750 mm und 760 mm verbreitet. Dieses Wissen ist hilfreich, wenn man den Besuch einer Strecke plant oder über Waldbahnen liest.